Große Augen beim Einkaufen

Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, dass Impulskäufer mit einer Vergrößerung der Pupillen auf Einkaufssituationen reagieren, aber nicht nur eine beeindruckende Shoppingerlebniswelt löst dies aus, auch schon ein schlichtes Supermarktregal.

Einkaufen ist längst mehr als einfach nur die nötigsten Dinge zu besorgen. Die Atmosphäre, das Erlebnis, bzw. „bummeln gehen“ ist für viele ein beliebter Zeitvertreib. Doch was passiert in uns wenn wir einkaufen gehen? Die Psychologen Benjamin Serfas, Oliver Büttner und Arnd Florack von der Universität Wien untersuchten physiologische Reaktionen auf Einkaufssituationen.

Es erscheint recht einleuchtend, dass ein Einkaufserlebnis mit Aufregung, Erregung und Begeisterung einhergeht. Vielleicht kennen Sie es aus eigener Erfahrung wie es sich anfühlt ein lang ersehntes Produkt zu kaufen: Voller Vorfreude begeben Sie sich in das Geschäft und erleben ein Glücksgefühl wenn Sie es erwerben. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit lässt sich auch folgende Situation öfters beobachten: Kinder stehen mit großen Augen vor einem Produkt und schwärmen davon vor Ihren Eltern. „Große Augen“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn die freudige Erregung und das Verlangen nach etwas führt zu physiologischer Erregung und unsere Pupillen weiten sich. Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Sozialpsychologie und Konsumentenverhaltensforschung der Universität Wien gehen der Frage nach ob bestimme Konsumenten „große Augen beim Einkaufen machen“.

Natürlich reagieren wir nicht alle in gleicher Weise und auf die gleichen Reize. Im Allgemeinen reagieren die meisten KonsumentInnen nur auf sehr ausgewählte und für Sie besonders interessante Produkte auf diese Art und Weise. Aber die Vermutung liegt nahe, dass sich bei Konsumenten mit einer starken Neigung zu Impulskäufen diese eigentlich sehr spezifische Reaktion auf Einkaufssituationen im Allgemeinen verallgemeinert hat.

In einer aktuellen Studie fanden die Forscher Belege für eine verstärkte physiologische Reaktion von impulsiven KonsumentInnen auf Einkaufssituationen. Die StudienteilnehmerInnen sollten Bilder von unterschiedlichen Situationen betrachten. Währenddessen wurde mit technischen Hilfsmitteln die Größe der Pupille gemessen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich Pupillen von impulsiven KonsumentInnen bei der Betrachtung von Einkaufsituationen stärker weiten. Bei der Betrachtung von Situationen die nichts mit Einkaufen zu tun haben bleibt diese physiologische Reaktion aus. Interessanterweise spielt die Art der Einkaufssituation hierbei keine Rolle. Es ist egal ob es sich um erlebnisorientierte Situationen, wie eine beeindruckende Shopping Mall, handelt oder um ein schlichtes Supermarktregal mit Lebensmitteln; impulsive KonsumentInnen werden in einen Zustand innerer Erregung versetzt und „bekommen große Augen“. Bisherige Forschung hat den Akt des impulsiven Einkaufens mit freudiger Erregung in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse der Forschungsgruppe sprechen dafür, dass alleine eine Situation die mit Einkaufen in Verbindung steht Erregung hervorruft. Diese innere Erregung könnte ein treibender Faktor für Impulskäufe sein. Das ergänzt bisherige Forschung zu situationellen Einflüssen durch Einkaufskontexte.

Die Publikation „Eyes wide shopped: Shopping situations trigger asousal in impulsive buyers“ (Autoren: Benjamin G. Serfas, Oliver B. Büttner und Arnd Florack) ist Anfang Dezember in der Open Acces Fachzeitschrift PLoS ONE erschienen und für jeden frei zugänglich.

Link zum Artikel: http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0114593

 

Suche


 
 

Impressum | © werbepsychologie-online.com